eindrucksvolle Demonstration gegen Krisenpolitik
Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise" haben ca 55000 Menschen am Samstag in Berlin und Frankfurt friedlich und entschlossen demonstriert. Die Krisenpolitik der Bundesregierung, die sich darauf beschränkt, bankrotte Banken mit Steuergeldern zu retten, wurde massiv kritisiert.
In wenigen Tagen wird in London das G20-Treffen stattfinden, bei dem sich die 20 größten Wirtschaftsmächte darüber verständigen wollen, wie sie dieses krisenstrotzende Weltmarktsystem bewahren können. Die Demos in Frankfurt und Berlin bilden den Auftakt zu einem Protestjahr für den schon lange fälligen sozialen, ökologischen und demokratischen Umbau. Weltweit wird der Plan der Regierenden durchschaut, die Kosten der Krise auf die Arbeitnehmer und die sozial Schwachen abzuwälzen. Dagegen regt sich Widerstand in einer neuen Qualität.
In Frankfurt wurde schon vor Beginn der Demonstration durch die Menschenmassen, die aus dem Hauptbahnhof strömten, deutlich: das wird eine große Demo. Auf insgesamt 25.000 schätzten die Organisatoren die Teilnehmerzahl. Zwei lange Demonstrationszüge, vom Hauptbahnhof aus und der Bockenheimer Warte marschierten mit Musik und lautstarken Parolen durch das Bankenviertel zum Römerberg.
Aufgerufen hatten ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen darunter auch die Partei DIE LINKE. Bei der Abschlusskundgebung in Frankfurt wurde von mehreren Rednerinnen und Rednern immer wieder betont, wie wichtig gerade auch der Schulterschluß von Protestbewegung und Gewerkschaften ist. Besonders erfreulich war, dass mehrere DGB Gewerkschaften, darunter zahlreiche Gliederungen von ver.di und der IG Metall, mit aufgerufen hatten.
Eine anderere klare Ansage kam zur entschiedenen Ablehnung von Faschismus und Rassismus. Gerade in der Krise ist es wichtig Solidarität zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund herzustellen. Sonst kann es dem Profitmachern gelingen von ihrer Verantwortung durch rassistische Kampagnen abzulenken.
Die Demonstrationen waren gerade auch deswegen so groß, bunt und vielfältig, weil viele unterschiedliche Kräfte dazu aufgerufen hatten. Die Einheitsfront und der gegenseitige Respekt unterschiedlicher linker Strömungen ist entscheidend für den Erfolg. Das sahen auch die meisten Teilnehmer der Abschlußkundgebung so. Als eine Gruppe von Autonomen versuchte die Veranstaltung zu stören, stellten sich spontan viele verschiedene Menschen, von Gewerkschaftern über Friedensbewegte bis zu Mitgliedern der Linken entgegen und verhinderten durch besonnes aber entschlossenes Auftreten eine Eskalation. Zu oft in der Geschichte hat die soziale Bewegung durch innere Konflikte den Rechten das Feld überlassen. Das darf diesmal nicht wieder passieren. Unterschiedliche Auffassungen dürfen nicht dazu führen, dass sich Linke gegenseitig bekriegen. In den nächsten Monaten wird es viele Gelegenheiten für praktische Aktionseinheit gegen Rassismus und Faschismus, gegen Ausbeutung und Kriegspolitik geben. So kann hoffentlich wieder gegenseitiges Vertrauen und eine Gesprächsgrundlage hergestellt werden.



