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Leiharbeit begrenzen - JETZT!

Die Entwicklung der Leiharbeit, die im Übrigen von der IG Metall nicht prinzipiell abgelehnt wird, erfordert ein gemeinsames Vorgehen gegen den legalisierten Missbrauch durch die Unternehmen. Unsere Partei DIE LINKE. beteiligt sich aktiv an damit verbundene Initiativen und Aktionen. Während Leiharbeit ursprünglich dem Ziel diente, Auftragsspitzen abzusichern, ist sie auf Grund von Gesetzeslücken im Zuge von Hartz IV und bereitwilliger Hilfe von Lobbyisten der Zeitarbeit zum drastischen Mittel geworden die Normalbeschäftigung zu prekariatisieren. Die dramatische Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse durch Lohndumping, befristete Arbeitsverträge und verstärkte Flexibilisierung und Mobilität macht eine normale Lebensplanung unmöglich und ist mit der Würde des Menschen unvereinbar.

 

Die AG betrieb & gewerkschaft und der KV Frankfurt am Main setzten am 21. Juli 08 in einer Auftaktverstanstaltung zum Thema: „Leiharbeit begrenzen - JETZT!“ im DGB-Haus Frankfurt erste Signale für ihre Aktivitäten. Interessierte erhielten einen qualifizierten Überblick zum Thema Leiharbeit. Es referierte Juan-Carlos Rio Antas, Mitglied des IG-Metall-Vorstandes, dort zuständig für Tarifpolitik, speziell Leiharbeit. In einem über zweistündigen Vortrag erörterte er die immer stärker zunehmende Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse durch die Leiharbeit. Das Lohndumping führt dazu, dass Leiharbeit bis zu 50 % niedriger entlohnt wird als die normale Beschäftigung. Das Entgeld ist häufig nicht Existenz sichernd und erfordert zusätzliche Mittel aus dem ALG II. Durch die Befristung der Arbeitsverhältnisse arbeitet der Leiharbeiter meist nur drei Monate auf einer Stelle. Den Unternehmen (Entleihern) gibt die Leiharbeit das Mittel an die Hand die Stammbelegschaft massiv unter Druck zu setzen. Vollarbeitsplätze werden abgebaut, die Beschäftigte, wenn sie „Glück haben“ und nicht arbeitslos werden, mitunter in interne Verleihfirmen verlagert und dann von dort ausgeliehen. Die Agentur für Arbeit und das Job-Center rekrutiert mit dem Zwang der Hartz-IV-Gesetze Arbeitslose vorzugsweise für diese Jobs. Durch die Tarifumgehung werden die Gewerkschaften geschwächt. Sehr hilfreich sind dabei „christliche Gewerkschaften“, die Niedrigtarife mit einer Reihe von Zeitarbeitsfirmen vereinbart haben.

 

Weder die Gewerkschaften IG-Metall und Verdi, geschweige denn unsere Partei DIE LINKE. wollen dieser Entwicklung tatenlos zusehen.

Wir fordern deshalb die gesetzliche Begrenzung der Leiharbeit sowie die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen für die inzwischen fast 900 000 Beschäftigten in etwa 21 000 Zeitarbeitsfirmen. Eine Zunahme: Im Jahr 2002 waren es ca. 4170 Firmen, die der staatliche Zwang durch die Hartz-IV-Gesetze der Agenda 2010 mit seinen Ausnahmeregelungen der AÜG befördert hat.

Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ muss wieder eingeführt werden. Zur Durchsetzung dieses Prinzips gilt es Initiativen und Aktionen zu entwickeln und durchzuführen.

Der Schwerpunkt liegt darin, sich im Entleihbetrieb mit den Leiharbeitskräften stärker zu solidarisieren, das bereits vorhandene Potenzial der Gewerkschaftsarbeit zu nutzen und eine Einbindung in die Gewerkschaft zu erreichen. Leiharbeiter und Stammpersonal verbindet gemeinsames Interesse, das sie nur mit gewerkschaftlicher und politischer Interessenvertretung durchsetzen können.

 

Obwohl nur eine kleine Gruppe von Interessierten anwesend war, gab es erste Überlegungen, durch gemeinsame Aktionen, politischen Druck aufzubauen.

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