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Rosa zum Geburtstag

Brechend voll war es am Freitagabend, den 05.03. im Club Voltaire. Die LINKE hatte zum Geburtstag von Rosa Luxemburg geladen und "alle" waren gekommen. Die Schauspielerin Cornelia Niemann, der Schauspieler und Sänger Erich Schaffner und sein Mann am Klavier Georg Klemp sorgten mit einer gelungen Mischung aus Originaltexten von Rosa Luxemburg und Texten und Liedern aus ihrer Zeit für einen anregenden Abend.

Am 5. März wäre Rosa Luxemburg 139 Jahre alt geworden. Sie wurde nur 49 Jahre alt. Doch statt wie so häufig die Märtyrerin, die 1919 zusammen mit Karl Liebknecht im Auftrag der sozialdemokratischen Reichsregierung von rechtsradikalen Freikorps-Soldaten ermordet wurde, in den Mittelpunkt zu stellen, wollte die LINKE diesmal die sozialistische Vordenkerin und multitalentierte Frau in den Vordergrund rücken.

Dies gelang auch hervorragend, mit den einfühlsam bis temperamentvoll von Cornelia Niemann vorgetragenen Originaltexten von Rosa. Da war die flammende Kriegsgegnerin, die für ihr Engagement gegen den 1. Weltkrieg mit Kerkerhaft büßen musste, die Frauenrechtlerin, die sehr scharf zwischen den Interessen der Arbeiterinnen und denen der Frauen des Bürgertums zu unterscheiden wusste, die Gefangene, die in einem so lyrischen wie humorvollen Brief den Gesang eines Singvogels mit den Eigenarten eines Redners vergleicht, die Frau und Freundin, die in einem Brief an ihre Sekretärin über ihre mögliche Grabinschrift sinniert.

Im breit angelegten Musik und Textprogramm Erich Schaffners durften gerade anlässlich dieses Abends natürlich nicht die Seitenhiebe auf die Sozialdemokratie fehlen. Mit Gejohle und Zustimmung quittierten die Zuschauer Zitate wie dieses von Kurt Tucholsky: "Hieße die SPD seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei."

Zum Schluss gab es dann noch einen Ausschnitt aus dem Rosa Luxemburg Film von Margarethe von Trotta. Gezeigt wurde ein Teil ihrer Anti-Kriegs-Rede in Bockenheim, für die sie kurze Zeit später ins Gefängnis geschickt wurde.

Insgesamt ein gelungener Abend, der zeigt, die LINKE Frankfurt kann auch Kultur. Das ruft nach Fortsetzung.

 

Luxemburgabend1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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