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2007 - 10.24. Kinder auf ihrem Weg fördern

Stefan Edelmann kritisiert Bildungspolitik der Hessischen Landesregierung. (unter Formulierungshilfe des Referenten von uns erstellter Bericht über die Veranstaltung, der so im „Fechenheimer Anzeiger“ veröffentlicht wurde)

„Bildung für die Zukunft – Schluss mit der CDU-Bildungspolitik“

 Unter diesem Motto hatte DIE LINKE kürzlich in Fechenheim eingeladen.

Referent war der Gymnasiallehrer Stefan Edelmann, der Mitglied im Kreisvorstand DER LINKEN ist. Er unterrichtet im Gymnasium Seligenstadt und ist auch im Personalrat und in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aktiv.

Mit den Problemen der gegenwärtigen Schulpolitik sei er deswegen bestens vertraut, betonte Edelmann und ging mit der Hessischen Landespolitik hart ins Gericht.

Es höre sich zwar gut an, wenn Kultusministerin Karin Wolf in den Lehrplänen „fordern und fördern“ vorschreibe. „Fordern“ sei leicht zu erfüllen. Für das „Fördern“ fehlten allerdings alle administrativen Voraussetzungen. „Die Klassen sind zu groß und für die vorgeschriebene gezielte und individuelle Förderung der schwächeren Schüler werden keine Ressourcen (Förderstunden) bereitgestellt.“

Darüber hinaus habe die Einführung der verkürzten Gymnasialzeit (G8) den Lehrstoff von neun auf acht Jahre verdichtet. Zusätzlich sei die Stofffülle durch das staatliche Schulamt erhöht worden und durch all diese Maßnahmen blieben die schwächeren Schüler letztendlich auf der Strecke.

Die deutschen Bundesländer seien neben Österreich die einzigen Länder in Europa, die bei zahnjährigen bereits eine Auslese der Schulformen treffe. „Warum eigentlich“ fragt sich Edelmann. Des Erfolges wegen könne es nicht sein, den beim jüngsten OECD-Ranking war Deutschland auf Platz 24. Andere Statistiken belegten, dass Kinder aus Akademikerfamilien überdurchschnittlich, solche aus Familien mit geringem Einkommen unterdurchschnittlich Abitur machten. Und wenn heutzutage beispielsweise bereits bei einer Banklehre Abitur vorausgesetzt werde, wisse man, was das für den weiteren Berufsweg bedeute.

Um diesen Trends entgegen zu wirken, fordert DIE LINKE Kinder bis zur zehnten Klasse zusammen lernen zu lassen und dann erst über den weiteren Bildungsweg zu entscheiden.

Zudem solle die Regierung mehr Geld für Bildung uns Ausbildung bereitstellen.

Eine Änderung des Steuersystems (Vermögenssteuer) würde die nötigen finanziellen Mittel freisetzen.

Weitere Forderungen lauten: Kleiner Klassen, vorgegebene Lehrinhalte verringern und Schwerpunkte setzen sowie wieder mehr den Schulen überlassen, um die Voraussetzungen für „fördern“ zu schaffen.

Im übrigen sei bei den integrierten Gesamtschulen (IGS) neun Jahre Schulzeit beibehalten worden. Da diese Schulform durch ihre Unterrichtsorganisation leichter eine Schwerpunkt-bildung entsprechend der Schülerinnen und Schüler ermögliche, gewinne sie derzeit an Attraktivtität, betonte Edelmann. Deshalb habe auch die Heinrich-Kraft-Schule in Fechenheim einen Antrag auf Umwandlung in eine IGS gestellt, der von der Landesregierung leider abschlägig beschieden wurde.

Eine angeregte Diskussion beendete den Abend.