2008 - 01.16. Wo bleibt das Nachtflugverbot?
Rudi Hechler engagierte sich seit den Protesten gegen die Startbahn West in vorderster Linie für die betroffenen Menschen und gegen die Zerstörung der ganzen Region.
„Kein Ausbau ohne Nachtflugverbot“ habe Roland Koch im März 2006 verkündet.
Im Dezember 2007 gab er bekannt, dass in der sog. Meditationsnacht von 23 – 5 Uhr
17 Flüge (gleiche alle 21 Minuten ein Flug), in der eigentlichen Nacht von 22 – 6 Uhr 150 Flüge genehmigt werden sollen.
Wie könne da noch von einem Nachtflugverbot gesprochen werden?
Erschwerend komme noch dazu, dass neben dem enormen Waldverlust
auch die Erhöhung der Flüge von derzeit rd. 490.000 auf 700.000/Jahr
geplant sei und damit auch tagsüber die Belastung stark zunehme. In
Verbindung mit den Schadstoffen des riesigen Verkehrsaufkommens in
unserer Region sei es deshalb nicht verwunderlich, dass nach einer
Untersuchung des Bundesumweltamtes Atemwegserkrankungen um 20 % und
Herz- und Kreislaufbeschwerden um 14 % über dem Durchschnitt liegen.
Doch die Politik nehme bewusst die Gesundheitsschäden und den
Verlust der Wohnqualität in Kauf. Die Interessen von FRAPORT, der
Airlines und der großen Konzerne im Rhein/Maingebiet gingen vor – an
die Kinder und zukünftige Generationen werde nicht gedacht.
Dies werde mit dem erwarteten Zuwachs von Arbeitsplätzen
begründet. Vergessen werde, dass der „Flughafen“ schon heute ein
Einkaufscenter mit angeschlossenem Flugbetrieb sei und nur noch 15 %
des Gewinns durch den Flugbetrieb erwirtschaftet werde. Ein Teil dieser
Arbeitsplätze seien dadurch im Umland weggefallen, ein anderer Teil
gering bezahlte Arbeitsplätze, deren Inhaber unter Hartz IV entlohnt
würden.
Warum ist der Widerstand gegen den Ausbau heutzutage relativ
gering? FRAPORT habe durch die Proteste der Vorjahre gelernt und
fördere großzügig Projekte und Vereine im Umland.
„Wer reich ist, ist einflussreich“ müsse er konstatieren.
Rudi Hechler warnte abschließend davor, zu resignieren, weil es im
Moment so aussieht, dass FRAPORT und die den Ausbau unterstützenden
Parteien alles wie geplant umsetzten können.
Massenbewegungen gegen den Ausbau seien derzeit nicht wahrscheinlich.
Aber die Hoffnung auf einen Lernprozess dürfe nicht aufgegeben werden.
