Stadtteilgruppe gegründet
Bereits seit den Bundestagswahlen arbeiten Mitglieder von WASG und Linkspartei.PDS im Frankfurter Norden zusammen. In Veranstaltungen, mit Flugblättern und Hauswurfsendungen haben sie die Menschen der Region über aktuelle politische Themen informiert.
Am Montag, den 12.03. hat sich die Gruppe jetzt auf einer gut besuchten Veranstaltung im Saalbau Ronneburg in Eckenheim als offizielle Stadtteilgruppe des Frankfurter Vereins Linke.WASG konstituiert. Ab Sommer, wenn der bundesweite Zusammenschluss von Linkspartei und WASG zu DIE LINKE. vollzogen sein wird, will man dann die offizielle Stadtteilgruppe der Partei werden. Die meisten Mitglieder wohnen derzeit in Preungesheim, Eckenheim und Kalbach. Man will sich aber auch um die anderen nördlichen Stadtteile wie Nieder-Eschbach und Bonames kümmern und dort um neue Mitstreiter werben.
Auf den monatlichen öffentlichen Mitgliederversammlungen sollen die großen Themen, wie der weiter fortschreitende Sozialabbau und die Militarisierung der Außenpolitik, diskutiert werden. Ein zweiter Teil der Sitzungen soll der Politik vor Ort reserviert werden. Themen der Stadtteile und die Unterstützung der Ortsbeiräte stehen dann im Mittelpunkt. Zwischen den Sitzungen will man so viel wie möglich auf die Straße und mit den Menschen ins Gespräch kommen.
Für die Arbeit zwischen den Sitzungen hat sich die Gruppe einen kleinen Vorstand gewählt, der aus den beiden Sprechern Alexander Keim und Heinrich Krebs, sowie dem Kassenwart Eckhart Kyrieleis besteht.
Im thematischen Teil des Treffens ging es um den geplanten Bau eines REWE Großmarkts mitten auf dem Frankfurter Berg und die Wohnbebauung des Schwarzen Platzes ebenfalls auf dem Frankfurter Berg.
David Paenson berichtete von der Arbeit der IG Frankfurter Berg, einer Bürgerinitiative, die sich dagegen zur Wehr setzt, dass ihr Stadtteil, statt des versprochenen Stadtteilzentrums mit Infrastruktureinrichtungen und der Möglichkeit der Begegnung zwischen den Menschen aus den unterschiedlichen Quartieren des Stadtteils zu bekommen, jetzt von einem Betonungetüm zerschnitten und mit dem Einkaufsverkehr zum Großmarkt gestraft werden soll. Die Versammlung solidarisierte sich mit den Zielen der Interessengemeinschaft und will versuchen sie nach Kräften zu unterstützen. Nicht nur die Bewohner des Frankfurter Bergs hätten von dem neuen REWE Nachteile. Viele Menschen in Preungesheim, Eckenheim und Berkersheim verlören mit dem jetzigen REWE Markt an der Endhaltestelle der U5, der dann geschlossen würde, eine wichtige Einkaufsmöglichkeit, die ohne PKW zu erreichen war. Mit der massiven Ausweitung der Öffnungszeiten und die Konzentration auf weniger und dafür größere Standorte verfolge die Konzernleitung von REWE eine neue Strategie zu Lasten ihrer Mitarbeiter und der weniger mobilen (und kaufkräftigen) Kundschaft, waren sich die Linken einig.
Über die geplante Bebauung des Schwarzen Platzes, einem ehemaligen Exerzierplatz der US-Armee, berichtete das Mitglied der Linke.WASG im Ortsbeirat 10 Lothar Kramer. Obwohl es derzeit reichlich ausgewiesene Neubaufläche im Frankfurter Norden gäbe, und eine örtliche Bürgerinitiative die Bedeutung des Gebiets für die Frischluftversorgung der Stadt herausstellt, halte die Stadt Frankfurt unbeirrt an ihrer veralteten Planung, den Grünstreifen zwischen Frankfurter Berg und Berkersheim bis auf wenige Meter zuzubauen, fest. Wie die örtliche Initiative forderte die Linke.WASG das Gebiet als Grünfläche und für Sport- und Freizeitaktivitäten der Anlieger zu erhalten. Mit Bedauern stellten die Linken in diesem Zusammenhang fest, dass die Grünen für eine bisschen Beteiligung an der Macht ihre Prinzipien über den Haufen werfen und einem weiteren Flächenverbrauch sowie einer bürgerfernen Konzentration im Einzelhandel zusammen mit FDP und CDU im Ortsbeirat eine Mehrheit verschaffen.
Ihre nächste Mitgliederversammlung, zu der auch alle Interessierten eingeladen sind, legten die Linken auf den 10. April um 19 Uhr im Saalbau Ronneburg fest. Die Schwerpunktthemen sollen u.a. über die Internetseite der Linke.WASG (http://dielinke.wasg-ffm.de) rechtzeitig bekannt gegeben werden.
