Solidarität mit den entlassenen MAREDO KollegInnen - gegen Lohndrückerei und für Gewerkschaftsrechte
Die Vorwürfe gegen die entlassenen KollegInnen sind konstruiert, um einen Vorwand zu haben, langjährige und damit vergleichsweise „teure“ Mitarbeiter mit einem Stundenlohn von 9 Euro durch billigere mit einem Stundenlohn von 7,50 Euro zu ersetzen und um die Filiale zur gewerkschaftsfreien Zone zu machen. Der Organisationsgrad in der Filiale lag bei 80 %, für diese Branche eine kleine Sensation, wenn man bedenkt, dass er in der Regel bei nur 5 % liegt. Wie wichtig es den Eigentümern von MAREDO ist, eine wirksame Interessensvertretung durch Betriebsräte zu verhindern, zeigen die aktuellen Vorkommnisse in Osnabrück. Die Betriebsrätin in der dortigen Filiale ist wiederholt in ihrer Arbeit behindert worden und steht nun vor dem Arbeitsgericht, um sich ihrer Kündigung zu erwehren.
Um die Mitarbeiter einzuschüchtern, sind diese am 26. November letzten Jahres in der Filiale
festgehalten und massiv durch Drohungen einzeln unter Druck gesetzt worden. In ihrer Not haben
damals 13 der 32 Kollegen eine so genannte Eigenkündigung unterschrieben. MAREDO versprach
ihnen im Gegenzug eine Lohnfortzahlung bis zum Sommer diesen Jahres. Ein ungewöhnliches
Angebot an jemanden, von dem man noch kurz zuvor behauptet hat, er sei ein Dieb.
Die Arbeit des Solidaritätskomitees besteht im Augenblick vor allem darin, die entlassenen
Kollegen und Kolleginnen bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Inzwischen sind über 200
Unterschriften gesammelt worden. Die vielen Gespräche mit Passanten auf der Freßgass vor der
MAREDO-Filiale zeigen, dass es auch andere Branchen gibt, in denen zu „teure“ Mitarbeiter entweder
gemobbt werden, um selbst zu kündigen oder Vorwände konstruiert werden, um anschließend eine
Kündigung auszusprechen. Es zeigt sich aber auch, dass sehr viele über das Vorgehen gegen die
MAREDO-Beschäftigten sehr empört sind, entweder weil sie Stammkunden gewesen sind und sich
dem alten Personal verbunden fühlen oder weil sie den Eindruck gewonnen haben, dass es an der
Zeit ist, sich gegen immer weiteren Lohnraub und Verstöße gegen die Menschenwürde im
Arbeitsleben, zur Wehr zu setzen.
Immer mehr Menschen in Frankfurt müssen mit unsicheren und schlecht bezahlten Jobs den
Lebensunterhalt für sich und ihre Familien bestreiten. Die politisch Verantwortlichen in dieser Stadt
dürfen davor nicht die Augen verschließen und müssen helfen die diese Missstände zu bekämpfen.




